Blick Theodor

Artgerechter Neotribalismus

…von Theodor Neumaier

Tribalistische Gemeinschaften (Sippen) mit egalitären, matrifokalen Strukturen bis zu 150 Individuen ist meiner Meinung nach die artgerechte Lebensform für Menschen. Das hat über 2,5 Mio Jahre bestens funktioniert.

Mit und seit der Neolithischen Revolution (Beginn des Ackerbaus und der Sesshaftigkeit) vor grob 12.500 Jahren wurden diese Strukturen systematisch und bewusst abgeschafft und durch die Strukturen und Errungenschaften der Zivilisation ersetzt. Seither gibt es Kriege, Macht, Geld, Gesellschaft, Hierarchie, Priester, Arbeitsteilung, Ehe, romantische Zweierbeziehung…

Vor der Neolithischen Revolution gab es ALL DAS NACHWEISLICH NICHT.

Für Rinder ist die beliebig große Herde artgerecht.
Für Wölfe das Rudel.
Für Fische der Schwarm.
Für Bonobos Sippen bis 70 Individuen.
Für den, den Bonobos nächstverwandten, Menschen auch die Sippe mit bis zu 150 Individuen.

Mit der artgerechten Lebensweise fühlen die Tiere sich wohl. Anders können sie nicht leben, werden verrückt (z. B. in Gefangenschaft oder Zoo…) oder degenerieren. Man kann das sehr gut an domestizierten Tieren sehen. Instinkte verschwinden, der Körperbau verändert sich, das Gehirn schrumpft…

Der Mensch ist – nach dem Hund – das am intensivsten domestizierte Tier.
Wolf > Hund: ca. 25.000 Jahre
Wilder Mensch > zivilisierter moderner Mensch: ca. 12.500 Jahre.

An seiner aktuellen Lebensform ist praktisch nichts mehr artgerecht, wie am Hund praktisch nichts mehr Wolf ist.

Oft spreche ich provokativ von ‚artgerechter Menschhaltung‘. Dabei spüren die Menschen instinktiv, dass daran irgendetwas nicht stimmen kann. Der Bissen bleibt ihnen im Hals stecken. Ich ergänze dann, dass kein Tier artgerecht ‚gehalten‘ werden möchte. Artgerechte Tierhaltung kann es also gar nicht geben und gibt es auch nicht. Erst recht keine artgerechte Menschhaltung. Das ist purer Euphemismus: Schönfärberei von Ausbeutung, Energiemelken – beim Tier wie beim Mensch.

In der zivilisierten Welt werden wir aber permanent gehalten – und wie!
Ich besinne mich wieder auf die über Jahrmillionen artgerechte Lebensform des Menschen: Tribal Life.

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